Geschichtliche Parallelen Geschichte und Anekdoten von Bremm und Kloster Stuben
  Der Stubener Hund

Der Stubener Hund

Vor langer Zeit, als die Natur noch in Ordnung war und die Menschen noch Zeit hatten, lebten in einem Kloster an der Mosel 38 Nonnen. Das Kloster hat schon bessere Zeiten gehabt als noch sehr viele Pilger hierher kamen, um hier zu beten. Jetzt aber, wo durch eine schlechte Klosterleitung hier nur Chaos herrschte, hatten diese Nonnen nicht jeden Tag genug zu essen.

Sie lebten mehr schlecht als recht. Hunger war ihr ständiger Begleiter. Man aß sozusagen, den Kitt von den Klosterfenstern. Zu der Zeit lebten in einem kleinen Moseldorf eine Familie mit einem großen Hund, welcher überhaupt nicht essen wollte. Man wußte sich keinen Rat mehr. Ein Arbeiter vom Kloster erfuhr dieses und machte dem Besitzer folgenden Vorschlag: Gib mir den Hund eine Woche mit ins Kloster und Du wirst sehen, was passiert, wenn ich Dir den Hund wieder bringe. Gesagt, getan. Am nächsten Morgen nahm er also den Hund mit ins Kloster und ließ ihn da los. Am Mittag bekam der Hund leichten Hunger, aber es war nichts Gutes zum Essen da. Er suchte und suchte nach Futter aber er fand nichts, was ihm schmeckte. Die Nonnen gaben ihm auch nichts zu essen. denn sie hatten selbst nichts.

Er musste nun hungern, weil er von seinem Besitzer in dem kleinen Moselort mit dem Essen verwöhnt wurde. Nach einer Woche hungern brachte ihn der Arbeiter wieder zurück zu seinem Herren. Und es war ein Wunder passiert Der Hund aß nun alles was er vorgesetzt bekam. Er aß jetzt sogar rohe Äpfel. Er hatte nämlich Angst, wieder in das Kloster gebracht zu werden.

Heute noch, wenn Kinder nicht essen wollen, sagt man zu ihnen: "Dir geht es noch wie dem Stubener Hund."


Die Texte wurden vom Originaldokument (mit evtl. Fehlern) übernommen, ohne Anpassung an die aktuelle deutsche Rechtschreibung. Text zur Verfügung gestellt von Kurt Bergen, Neef
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