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Der Petersberg in Neef, der Friedhof und seine Kapelle mit dem Altar von Franz Josef Blümling
Die Geschichte des Neefer Petersberges ist stark in der römischen Epoche verwurzelt. Es ist nicht auszuschließen, dass die Römer dem Berg den Namen gaben und ihn nach ihrem Lieblingsheiligen, dem Hl. Petrus, nannten.

Der Neefer Petersberg zeichnet sich nicht nur durch seine landschaftlich herrliche Lage aus, er ist auch ein geschichtlich hoch interessanter Ort und gilt in Fachkreisen als ein Zentrum des frühen Christentums.

Eine spätrömische Höhenbefestigung auf der Bergkuppe und römische Villen am sanften Nordhang des Petersberges sind belegt. Auch dort, wo das Kloster Stuben stand, war zuvor ein Burghaus römischer Herkunft.

Der bedeutendste Nachweis einer spätrömischen Besiedlung ist die Auffindung eines bemerkenswert großen Gräberfeldes auf einer Einsattelung des Berggrates. Spätestens zu Beginn des 6. Jahrhunderts bis hin ins 9. oder gar 10. Jahrhundert wurde hier schon beerdigt. Danach fanden die Verstorbenen aus Neef ihre letzte Ruhestätte auf dem heute noch bestehenden Friedhof. Er befindet sich etwa 200 m oberhalb des frühmittelalterlichen Gräberfeldes und ist der einzige Bergfriedhof in der Mosellandschaft (S. hierzu unter www.naves-historia.de, lfd. Nr. 5., 6. u. 19.).

Mitten im Gräberfeld steht die Peterskapelle, die urkundlich im Jahr 1140 erstmals erwähnt wird, als sie dem Kloster Stuben zugesprochen wurde und danach lange die Pfarrkirche für Neef und die Umgebung war.
Eine wundersame Sage überliefert uns, weshalb sie oben auf dem Berg errichtet wurde (naves-historia.de 20. I. a.). In schweren Zeiten veranstalteten die Stubener Nonnen, die Christen aus Neef und den Nachbargemeinden Bremm und Ediger-Eller regelmäßig Prozessionen und Bittgänge zu ihr hin.

Und in dieser Peterskapelle steht ein steinerner Altar, der als Kulturdenkmal erfasst ist. Er ist ein gut aufgearbeitetes Werk der Spätrenaissance mit Knorpelwerkornamentik und stammt aus der Nachfolge der Hoffmann-Werkstatt in Trier – zu jener Zeit das berühmteste Altar-Atelier im Erzbistum Trier. Die Errichtung dürfte in den Jahren 1626 – 1635 erfolgt sein.

Die Betrachtung des Altares erinnert an die schweren Jahre, unter denen unsere Heimat während des Dreißigjährigen Krieges (1618 – 1648) zu leiden hatte. Missernten, Hungersnot, Krieg und ganz besonders die Pest kennzeichnen diese Zeit. So standen z. B. im benachbarten Ediger 80 Häuser leer, weil so viele von dieser „Seuche des Mittelalters“ hingerafft wurden.
Der Patron der Kapelle, der hl. Petrus, erscheint auf dem Seitenflügel links – auf der rechten Seite der hl. Paulus. Über diesen Heiligen sind Sebastian und Rochus dargestellt. Sebastian ist als Märtyrer gestorben. Er wurde von Schützen mit Pfeilen durchbohrt. Seit dem frühen Mittelalter ist er Schutzpatron der Schützen. Rochus wird, weil er sich der Pflege von Pestkranken widmete, selbst an der Seuche erkrankte und genas, als Schutz-Patron gegen Pest und Seuchen verehrt. Man mag die beiden Schutzpatrone um Hilfe angefleht und ihnen auch gedankt haben, weil Gebete erhört wurden. In der Mitte zeigt der Altar ein Relief der Kreuzabnahme Christi und darüber seine Auferstehung. Diese Darstellung soll daran erinnern, dass es eine Erlösung im Jenseits gibt. Der Glaube daran gibt Trost und Zuversicht.

Die Totenglocke der Peterskapelle aus dem Jahr 1687 trägt die Inschrift: „Ich rufe die Lebendigen und begrabe die Toten.

Nicht nur dem Restaurator des Altares, Herrn Lawen, ist aufgefallen, dass der Altar auf einer recht roh bearbeiteten Stein-Platte steht, die vom Material und von der Beschaffenheit her nicht zu dem Altaraufbau passt. Für Geschichtsforscher ist es erwiesen, dass die römische Niederlassung auf dem Petersberg auch eine heidnische Kultstätte beinhaltete. So könnte es sein, dass diese Altarplatte ein Relikt aus jener Zeit ist.

Wer diesen wertvollen Altar seinerzeit in Auftrag gegeben hat, kann man nur vermuten. Die Gemeinde Neef war damals verarmt und kann als Stifter kaum in Frage kommen. Folgende Überlieferung macht nun auf sich aufmerksam: In einem Gefecht wurde der Metzenhausische Schultheiß zu Bullay, Johann Pauli, im Kampf so schwer verletzt, dass mit seinem Ableben gerechnet wurde. Der Neefer Amtmann Johann Georg von Metzenhausen legte ein Versprechen ab, wonach er bei einer Heilung seines verwandten Schwerverletzten eine gute Tat vollbringen wird (naves-historia.de 32. a.). So könnte es sein, dass er mit der Errichtung des Altares in der Peterkapelle sein Gelübde erfüllt hat.

Der Altar ist nicht nur ein Teil der Neefer Geschichte sondern auch ein besonderes Kleinod für die ganze Region. Er verkörpert die tiefe Volksfrömmigkeit unserer Vorfahren und ist ein Kulturgut, das unbedingt der Nachwelt erhalten bleiben sollte.

Die Ortsgemeinde Neef ist Eigentümerin der Peterskapelle. Nachdem umfangreiche Sanierungsarbeiten am Kapellengebäude selbst in den vergangenen Jahren abgeschlossen werden konnten, ist die Gemeinde bestrebt, auch den kulturhistorisch sehr bedeutsamen Altar zu restaurieren und für nachkommende Generationen zu erhalten. Gleichwohl von Seiten der kirchlichen Denkmalpflege als auch vom Landesamt für Denkmalpflege eine finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt worden ist, lässt es die prekäre Haushaltslage der Gemeinde auf absehbare Zeit nicht zu, den verbleibenden Eigenanteil zu finanzieren und die Maßnahme in Angriff zu nehmen, so dass ein weiterer Verfall des Altares droht.

Auf Veranlassung von Franz Josef Blümling wird nunmehr eine Spendenaktion eingeleitet, um mit den dringend notwendigen Restaurierungen beginnen zu können. Die Gemeinde Neef begrüßt dies ausdrücklich.

Spenden können auf die Konten der Verbandsgemeindekasse Zell bei der Sparkasse Mittelmosel, Eifel-Mosel Hunsrück, Kontonummer 006-029 409, BLZ 587 512 30 oder der Raiffeisenbank Zeller Land, Kontonummer 35 000, BLZ 587 613 43 zugunsten der Gemeinde Neef eingezahlt werden. Ich bitte in diesem Fall als Verwendungszweck „Spende Altar Peterskapelle Neef“ anzugeben.

Aus rechtlichen Gründen ist es erforderlich, dass Spenden ggf. unmittelbar gegenüber der Gemeinde angeboten und geleistet werden. Die Gemeindeordnung sieht vor, dass Geld- oder Sachzuwendungen an die Gemeinde vom Gemeinderat zuvor beschlossen und der Kommunalaufsichtsbehörde angezeigt werden. Eingezahlte Spenden werden daher zunächst unter Vorbehalt angenommen.

Nach Abschluss des Anzeige und Beschlussverfahrens kann, sofern gewünscht, eine Spendenquittung im Sinne des Einkommensteuergesetzes ausgestellt werden.

Weitere Auskünfte über das Projekt sind über Herrn F. J. Blümling (Tel. 06542/960156 - info@naves-historia.de) zu erhalten.

 
 
erschienen in:
 
 
 
 
 
Altar, wie er sich früher einmal zeigte
Foto zur Verfügung gestellt vom Rhein. Bildarchiv Köln
 
 
Altar wie er sich zur Zeit darstellt
Foto von Restaurator F. Lawen
 
 
Die Peterskapelle ist auch heute noch eine Stätte der Andacht und Besinnung.
Literaturnachweise:
   
Bildnachweise:
   
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