| Die
Geschichte des Neefer Petersberges ist
stark in der römischen Epoche verwurzelt.
Es ist nicht auszuschließen, dass die Römer
dem Berg den Namen gaben und ihn nach
ihrem Lieblingsheiligen, dem Hl. Petrus,
nannten. Der Neefer Petersberg zeichnet
sich nicht nur durch seine landschaftlich
herrliche Lage aus, er ist auch ein
geschichtlich hoch interessanter Ort und
gilt in Fachkreisen als ein Zentrum des
frühen Christentums.
Eine spätrömische Höhenbefestigung
auf der Bergkuppe und römische Villen am
sanften Nordhang des Petersberges sind
belegt. Auch dort, wo das Kloster Stuben
stand, war zuvor ein Burghaus römischer
Herkunft.
Der bedeutendste Nachweis einer spätrömischen
Besiedlung ist die Auffindung eines
bemerkenswert großen Gräberfeldes auf
einer Einsattelung des Berggrates. Spätestens
zu Beginn des 6. Jahrhunderts bis hin ins
9. oder gar 10. Jahrhundert wurde hier
schon beerdigt. Danach fanden die
Verstorbenen aus Neef ihre letzte Ruhestätte
auf dem heute noch bestehenden Friedhof.
Er befindet sich etwa 200 m oberhalb des
frühmittelalterlichen Gräberfeldes und
ist der einzige Bergfriedhof in der
Mosellandschaft (S. hierzu unter www.naves-historia.de,
lfd. Nr. 5., 6. u. 19.).
Mitten im Gräberfeld steht die
Peterskapelle, die urkundlich im Jahr
1140 erstmals erwähnt wird, als sie dem
Kloster Stuben zugesprochen wurde und
danach lange die Pfarrkirche für Neef
und die Umgebung war.
Eine wundersame Sage überliefert uns,
weshalb sie oben auf dem Berg errichtet
wurde (naves-historia.de 20. I. a.). In
schweren Zeiten veranstalteten die
Stubener Nonnen, die Christen aus Neef
und den Nachbargemeinden Bremm und Ediger-Eller
regelmäßig Prozessionen und Bittgänge
zu ihr hin.
Und in dieser Peterskapelle steht ein
steinerner Altar, der als Kulturdenkmal
erfasst ist. Er ist ein gut
aufgearbeitetes Werk der Spätrenaissance
mit Knorpelwerkornamentik und stammt aus
der Nachfolge der Hoffmann-Werkstatt in
Trier zu jener Zeit das berühmteste
Altar-Atelier im Erzbistum Trier. Die
Errichtung dürfte in den Jahren 1626
1635 erfolgt sein.
Die Betrachtung des Altares erinnert an
die schweren Jahre, unter denen unsere
Heimat während des Dreißigjährigen
Krieges (1618 1648) zu leiden
hatte. Missernten, Hungersnot, Krieg und
ganz besonders die Pest kennzeichnen
diese Zeit. So standen z. B. im
benachbarten Ediger 80 Häuser leer, weil
so viele von dieser Seuche des
Mittelalters hingerafft wurden.
Der Patron der Kapelle, der hl. Petrus,
erscheint auf dem Seitenflügel links
auf der rechten Seite der hl.
Paulus. Über diesen Heiligen sind
Sebastian und Rochus dargestellt.
Sebastian ist als Märtyrer gestorben. Er
wurde von Schützen mit Pfeilen
durchbohrt. Seit dem frühen Mittelalter
ist er Schutzpatron der Schützen. Rochus
wird, weil er sich der Pflege von
Pestkranken widmete, selbst an der Seuche
erkrankte und genas, als Schutz-Patron
gegen Pest und Seuchen verehrt. Man mag
die beiden Schutzpatrone um Hilfe
angefleht und ihnen auch gedankt haben,
weil Gebete erhört wurden. In der Mitte
zeigt der Altar ein Relief der
Kreuzabnahme Christi und darüber seine
Auferstehung. Diese Darstellung soll
daran erinnern, dass es eine Erlösung im
Jenseits gibt. Der Glaube daran gibt
Trost und Zuversicht.
Die Totenglocke der Peterskapelle aus
dem Jahr 1687 trägt die Inschrift:
Ich rufe die Lebendigen und begrabe
die Toten.
Nicht nur dem Restaurator des Altares,
Herrn Lawen, ist aufgefallen, dass der
Altar auf einer recht roh bearbeiteten
Stein-Platte steht, die vom Material und
von der Beschaffenheit her nicht zu dem
Altaraufbau passt. Für
Geschichtsforscher ist es erwiesen, dass
die römische Niederlassung auf dem
Petersberg auch eine heidnische Kultstätte
beinhaltete. So könnte es sein, dass
diese Altarplatte ein Relikt aus jener
Zeit ist.
Wer diesen wertvollen Altar seinerzeit
in Auftrag gegeben hat, kann man nur
vermuten. Die Gemeinde Neef war damals
verarmt und kann als Stifter kaum in
Frage kommen. Folgende Überlieferung
macht nun auf sich aufmerksam: In einem
Gefecht wurde der Metzenhausische
Schultheiß zu Bullay, Johann Pauli, im
Kampf so schwer verletzt, dass mit seinem
Ableben gerechnet wurde. Der Neefer
Amtmann Johann Georg von Metzenhausen
legte ein Versprechen ab, wonach er bei
einer Heilung seines verwandten
Schwerverletzten eine gute Tat
vollbringen wird (naves-historia.de 32. a.).
So könnte es sein, dass er mit der
Errichtung des Altares in der
Peterkapelle sein Gelübde erfüllt hat.
Der Altar ist nicht nur ein Teil der
Neefer Geschichte sondern auch ein
besonderes Kleinod für die ganze Region.
Er verkörpert die tiefe Volksfrömmigkeit
unserer Vorfahren und ist ein Kulturgut,
das unbedingt der Nachwelt erhalten
bleiben sollte.
Die Ortsgemeinde Neef ist Eigentümerin
der Peterskapelle. Nachdem umfangreiche
Sanierungsarbeiten am Kapellengebäude
selbst in den vergangenen Jahren
abgeschlossen werden konnten, ist die
Gemeinde bestrebt, auch den
kulturhistorisch sehr bedeutsamen Altar
zu restaurieren und für nachkommende
Generationen zu erhalten. Gleichwohl von
Seiten der kirchlichen Denkmalpflege als
auch vom Landesamt für Denkmalpflege
eine finanzielle Unterstützung in
Aussicht gestellt worden ist, lässt es
die prekäre Haushaltslage der Gemeinde
auf absehbare Zeit nicht zu, den
verbleibenden Eigenanteil zu finanzieren
und die Maßnahme in Angriff zu nehmen,
so dass ein weiterer Verfall des Altares
droht.
Auf Veranlassung von Franz Josef Blümling
wird nunmehr eine Spendenaktion
eingeleitet, um mit den dringend
notwendigen Restaurierungen beginnen zu können.
Die Gemeinde Neef begrüßt dies ausdrücklich.
Spenden können auf die Konten der
Verbandsgemeindekasse Zell bei der
Sparkasse Mittelmosel, Eifel-Mosel Hunsrück,
Kontonummer 006-029 409, BLZ 587 512 30
oder der Raiffeisenbank Zeller Land,
Kontonummer 35 000, BLZ 587 613 43
zugunsten der Gemeinde Neef eingezahlt
werden. Ich bitte in diesem Fall als
Verwendungszweck Spende Altar
Peterskapelle Neef anzugeben.
Aus rechtlichen Gründen ist es
erforderlich, dass Spenden ggf.
unmittelbar gegenüber der Gemeinde
angeboten und geleistet werden. Die
Gemeindeordnung sieht vor, dass Geld-
oder Sachzuwendungen an die Gemeinde vom
Gemeinderat zuvor beschlossen und der
Kommunalaufsichtsbehörde angezeigt
werden. Eingezahlte Spenden werden daher
zunächst unter Vorbehalt angenommen.
Nach Abschluss des Anzeige und
Beschlussverfahrens kann, sofern gewünscht,
eine Spendenquittung im Sinne des
Einkommensteuergesetzes ausgestellt
werden.
Weitere Auskünfte über das Projekt
sind über Herrn F. J. Blümling (Tel.
06542/960156 - info@naves-historia.de) zu
erhalten.
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Altar, wie er
sich früher einmal zeigte
Foto zur Verfügung gestellt vom
Rhein. Bildarchiv Köln |
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Altar wie er
sich zur Zeit darstellt
Foto von Restaurator F. Lawen |
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Peterskapelle ist auch heute noch
eine Stätte der Andacht und
Besinnung. |
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