| Als Sportart
Nr. 1 wählte man damals das
Geräteturnen. Im Saale Hutter wurden die
Turngeräte Reck, Barren und Seitpferd
aufgebaut. Die Turnerriege wurde von
Vorturner Josef Berg geführt. Auch der
Leichtathletik hat man sich schon
frühzeitig zugewandt, und Flussschwimmen
war eine beliebte Sportart. Bei einem
Schwimmfest im Jahre 1932 ist das
Vereinsmitglied Rudolf Treis ertrunken. Im
Jahre 1927 wurde die heutige Vereinsfahne
angeschafft. Anläßlich eines
Sportfestes fand am 22.5.1927 die
Fahnenweihe statt. Die damaligen
Gastvereine waren der TV Germania Bengel,
TV Bernkastel, TV Eintracht Cochem und
der MGV Bremm. Diese Fahne wurde im Jahre
1992 in der Bonner Fahnenfabrik
renoviert.
Fußball
Anfang der 30er Jahre bildete sich im
TuS die erste Fußballmannschaft. Das
große Problem war zu dieser Zeit der
fehlende Sportplatz. Man unternahm
mehrere Versuche unter anderem auf
Breusch. Schließlich
einigte man sich mit dem Nachbarverein
Eller und spielte auf deren Platz unter
der Eisenbahnbrücke in Eller.
Das Bild rechts zeigt die Mannschaft auf
dem Sportplatz in Eller. Im
Hintergrund ist das Gebäude der jetzigen
Schreinerei Pellio zu erkennen.
Die besonderen Eigenschaften dieser
Bremmer Vorkriegsmannschaften sollen
deren Einsatz und Kampfkraft gewesen
sein. 1940 wurden alle
Vereinsaktivitäten eingestellt, da der
größte Teil der Vereinsmitglieder zu
den Waffen gerufen wurde.
Nachkriegszeit
Alles hat einmal eine Ende, so auch
dieser schreckliche 2. Weltkrieg. Viele
der jungen Sportler kehrten nicht mehr
zurück. Besonders die Geburtsjahrgänge
1920 bis 1925 wurden stark reduziert. Am
1.9.1946 wurde in einer Versammlung die
Wiederaufnahme des Sportbetriebes im TuS
Bremm beschlossen. 75 Mitglieder wurden
wieder in die Mitgliederliste
eingetragen, davon 38, die den Krieg
überlebt hatten, und 37 junge Leute der
Jahrgänge 1927 - 1931. Der jüngste war
damals unser langjähriges
Vorstandsmitglied Heinz Pitt Justen. Die
erste betriebene Sportart war wieder
Geräteturnen mit Vorturner Willi
Steffens.
Als Attraktion
besonderer Art wurde in dieser
Turnerabteilung die Aufstellung der
vierstöckigen Pyramide bei
Festveranstaltungen in Bremm
betrieben.
Ein herrliches Bild bot der Aufmarsch
dieser 34 Mann starken Gruppe. Diese
Gruppe war auch bei Veranstaltungen
unserer Nachbarvereine ein sehr begehrter
Gast.
Zum letzten Male wurde diese Pyramide
1965 beim Sportfest zum 45-jährigen
Vereinsjubiläum des TuS Bremm auf dem
alten Sportplatz gestellt.
Eine Fußballmannschaft wurde auch
wieder 1947 zusammengestellt. Karl Heinz
Cott,der als Soldat hier in Bremm die
Frau fürs Leben gefunden hat, war in
dieser Mannschaft der Dreh- und
Angelpunkt. Den ersten Einsatz hatte
diese Mannschaft beim Sportfest bei
unserem Nachbarverein Beuren. Neben Karl
Heinz Cott sind die Namen Schlägel
Richard, Berg Reinhard, Schlägel
Severin, Theisen Rudi, Franzen Edmund und
Franzen Walter aus dieser Zeit noch in
guter Erinnerung. Besonders war Walter
Franzen als Spielführer uns jungen
nachwachsenden Spielern ein sportliches
Vorbild. Bis in die 80-ziger Jahre stand
Walter in der AH-Mannschaft als
60-jähriger seinen Mann. Erwähnenswert
sind auch aus den 50er Jahren die
zeitweise 4 spielenden Brüder: Theobald
- Robert - Alois und Willi Schmitz.
Anfang der 50er Jahre bildete sich im
TuS Bremm ein junges Leichtathletik-Team.
Kugelstoßen, Speerwurf, Diskuswurf und
Langstreckenlauf waren die bevorzugten
Disziplinen. Die Sportkameraden Theisen
Theobald im Kugelstoßen und Speerwurf,
Steffens Albert im Kugelstoßen und
Diskuswurf waren absolute Könner.
Von unzähligen Sportfesten und
Meisterschaften brachten beide zahlreiche
Titel und Urkunden mit nach Hause. Ein
besonderes Trio waren die
Langstreckenläufer Johann Treis sowie
die Brüder Theobald und Walter Barzen.
Alle Distanzen im Langstreckenbereich
wurden von ihnen bestritten.
Auch diese drei gewannen zahlreiche
Urkunden und Meisterschaften. Theobald
Barzen heiratete nach Ingelheim, und
schloss sich dort der Ingelheimer
Leichtathletikgemeinschaft an. Später
schloss sich auch Walter dieser
Sportgemeinschaft an. Dort errangen beide
ihre größten Erfolge, u.a. die
Landeslanglaufmeisterschaft. Walter
Barzen machte dort auch seinen
Übungsleiterschein und wurde vom
Rheinhessichen Leichtathletikverband als
Trainer eingesetzt.
Chronik der
Sportplatzbauten
Bei der Wiederaufnahme des
Sportbetriebes im Jahre 1947 war der
fehlende Sportplatz das größte Problem.
Wieder wurde in Zusammenarbeit mit Eller
der Sportplatz unter der Eisenbahnbrücke
hergerichtet. Viel Arbeit war
erforderlich, um die zahlreichen
Bombentrichter aufzufüllen.
Das benötigte Füllmaterial wurde mit
Handkarren aus einem Steinbruch im
Ellerbachtal herangefahren. Nach zwei
Spieljahren beschloss der damalige
Vorstand im Distrikt Stuben an der
Klosterruine Wiesengelände zu pachten,
um einen eigenen Sportplatz anzulegen.
Die zu errichtende Pacht musste teilweise
in frischem Wiesenheu erbracht werden.
Dieses Heu wurde dann im Alftal in der
Nähe von Bad-Bertrich von den aktiven
Spielern und anderen Vereinsmitgliedern
gemäht, getrocknet und den Verpächtern
geliefert. Um
das Spielfeld in Stuben herzurichten
mussten wieder Bombentrichter
zugeschüttet und das Gelände eingeebnet
werden. Vereinsmitglieder, die damals
dabei waren, wissen zu berichten, dass
buchstäblich bis zur letzten Minute vor
dem ersten Anstoß gearbeitet wurde. So
schön diese Lage dieses Sportplatzes
an der Klosterruine auch
war, es war für Spieler und Zuschauer
ein schwieriges und gefährliches
Unterfangen, dorthin zu gelangen, denn
die Leute mussten in Holz- und
Eisenkähnen über die Mosel gesetzt
werden, und dies selbst bei mittleren
Hochwassern.
Besonders bei Gastmannschaften aus der
Eifel war diese Art der Flussüberquerung
gefürchtet. Bewundernswert ist, mit
welcher Ruhe und Gelassenheit die
damaligen Fährleute Johann Gietzen und
Josef Schmitz diese Probleme gemeistert
haben. Dem damaligen TuS - Vorstand und
seinem 1. Vorsitzenden Karl Pistor
bereiteten diese gefährlichen
Flussüberfahrten große Sorgen. Der
Vorstand stellte daher 1951 an die
Gemeinde Bremm einen Antrag auf
Bereitstellung von Gelände diesseits der
Mosel zum Bau eines Sportplatzes. Dem
Antrag wurde stattgegeben und das
Gelände des ehemaligen Bleich- und
Dreschplatzes am Geulbach ausgesucht. Mit
dem Sportplatzbau konnte im Frühjahr
1952 begonnen werden.
Vom
Fußballverband Rheinland wurde eine
Planierraupe zur Verfügung gestellt. Die
Erdarbeiten gestalteten sich recht
schwierig. Erdmassen von 5
Meter Höhe mussten abgetragen werden.
Große Felsvorkommen wurden gesprengt und
in Handarbeit beseitigt. Die
Felsbeseitigung beschäftigte die
Vereinsmitglieder den ganzen Winter 1952
- 53. Diese Arbeiten wurden noch mit
echter Begeisterung durchgeführt. Am 20.
Juni 1953 war es dann soweit, der erste
gemeindeeigene Sportplatz wurde im Rahmen
eines großen Sportfestes von Pfarrer
Anton Salz eingewiehen.
Die 1. Mannschaften der Vereine
Gerolstein, Oberlahnstein und Urbar waren
unsere Gäste. Der Höhepunkt war der
Aufmarsch und die Aufstellung der
4-stöckigen Pyramide des TuS Bremm. Der
gesellige Abschluss fand dann am Abend
beim Tanz in den beiden Sälen der
Gasthäuser Hutter und Pellenz statt.
Dieser neue Sportplatz wurde von der
Bremmer Jugend sehr gut angenommen. Die
stetige Aufwärtsentwicklung der
Fußballabteilung im TuS Bremm begann. Im Jahre 1964
plante der Vorstand den Bau eines Umkleidegebäudes
mit Vorratskeller und Verkaufstheke.
In kurzer Zeit, mit sehr guter
Beteiligung der Vereinsmitglieder, wurde
dieses Gebäude in Eigenleistung
erstellt. Am 29. - 30. Mai 1965 wurde im
Rahmen eines Sportfestes, verbunden mit
dem 45-jährigen Vereinsbestehen, dieses
Gebäude vom Landrat Severin Bartos
seiner Bestimmung übergeben. Bei dieser
Veranstaltung wurde zum letztenmale die
große Pyramide des TuS Bremm gestellt.
Die Fußballmannschaften VfL
Pünderich ( Landesliga) TuS Mayen und
VfL Trier ( Rheinlandliga ) waren unserer
Einladung gefolgt und boten zusammen mit
der 1. Mannschaft des TuS Bremm den
Zuschauern beste Fußballkost. Doch ein
großes Problem hatte dieser Sportplatz,
obwohl hier Stimmung und Atmosphäre
einmalig waren, das Spielfeld war zu
klein. Trotz zweimaliger Verlängerung
konnten die vom Fußballverband
vorgegebenen Maße, besonders die der
Sicherheitsabstände, nicht eingehalten
werden. So bot sich dann in der 1979
anlaufenden Flurbereinigung der Gemeinde
Bremm die einmalige Gelegenheit, eine
zukunftssichere Sportanlage zu erstellen.
Ortsbürgermeister Schmitz und
Verbandsbürgermeister Escher stellten
dann in Verhandlungen mit dem Kulturamt
Mayen der Bezirks- und Landesregierung
die Weichen für den Bau des heutigen
Sportplatzes.
Am 2. Juni 1983, nach genau 30 Jahren
Sportplatz Geuelbach, konnte die
Einweihung durch Pfarrer Aloys Weier
vorgenommen werden.Im Rahmen einer sehr
schönen Eröffnungsfeier standen sich
dann die ersten Mannschaften von Bremm
und dem FSV Salmrohr gegenüber. Die
Mannschaft aus Salmrohr hatte damals die
bekannten Spieler Toppmöller und Horst
Brand in ihren Reihen und siegte mit 7 :
2 . Nach der Fertigstellung des
Sportplatzes war mit dem Bau des
Umkleidegebäudes mit Clubraum dem
Vorstand mit seinen Mitgliedern nochmals
eine große Aufgabe gestellt. In einer
beispielhaften Aktion, unter Mithilfe
fast aller Vereinsmitglieder, konnte in
kurzer Zeit das Gebäude seiner
Bestimmung übergeben werden. In der etwa
5-monatigen Bauzeit wurden über 1.500
Arbeitsstunden geleistet. Mit Abschluss
dieser Baumaßnahme steht nun dem TuS
Bremm und damit der sporttreibenden
Bremmer Dorfjugend sowie der Hauptschule
Ediger - Eller und der Grundschule Bremm
eine gute Sportanlage zur Verfügung.
Umbau des Hartplatzes in
einen Rasenplatz
Im Jahre 1997 entschieden sich die
Mitglieder des TuS Bremm auf einer
außerordentlichen Mitgliederversammlung
den bisherigen Hartplatz in einen
Rasenplatz umzubauen, da der Hartplatz
aufgrund seiner 14-jährigen Nutzung
starke Abnutzungserscheinungen aufwies,
und dringend einer Sanierung benötigte.
Die Baumaßnahme konnte im Jahre 1999 durchgeführt
werden, nachdem die Finanzierung
gesichert war. Der Sportplatz wurde im
Rahmen der 80-Jahrfeier des TuS Bremm am
1.6.2000 seiner Bestimmung übergeben.
Pfarrer Veith weihte den neuen Platz im
Beisein von zahlreichen Zuschauern ein.
Hieran anschließend wurde ein großes
sportliches und abwechslungsreiches
4-tägiges Programm geboten.
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