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Willibald Barzen lebt im „Paradies“
Bremmer Rentner schuf sich ein Refugium der Ruhe und Idylle – Steilhang beackert – fleißig und zäh
Aus: Rhein-Zeitung vom 3. August 2001

BREMM. Der Hang über dem Dorf ist so steil wie der Calmont. Aber nicht steil genug, den Rentner davon abzuhalten, sich hier, oberhalb der Wingerte, eine Refugium der Ruhe und Idylle zu schaffen.

Mit enormem Fleiß und zäher Beharrlichkeit hat der Rentner den Steilhang beackert und bepflanzt. – Um den steinigen harten Boden aufzulockern wurden 110 Hotten Schreddermaterial in den Hang gebuckelt. Jetzt erntet er den Lohn dafür: Kartoffeln, herrliche Erdbeeren, süße Himbeeren, schwarze Johannisbeeren und anderes.

Aber neben der Kultivierung des Bodens und dessen Bepflanzung hat Willibald Barzen eine weitere Beschäftigung, die ihm Achtung und Anerkennung beschert: Die Nachbildung historischer Bauwerke, die in oder um Bremm stehen. – Im oberen Abschnitt seines Anwesens kann man sowohl ein naturgetreu nachgebautes Bauwerk der Klosterruine Stuben als auch der Kreuzwegkapelle und der Laurentiuskirche bewundern.

Kunst in Miniatur

Die Miniaturgebäude sind kunstvoll mit kleinen Schiefersteinchen, die mühsam im Wingert zusammengesucht werden mussten, verblendet. Im Dorf rätselt man seit langem darüber, ob es sich hierbei um Handwerk oder bereits um Kunst handelt.

Das alles spielt für den agilen Rentner keine Rolle. Wenn er in seinem kleinen Paradies eine Rast einlegt, Hund „Poldi“, sein bester Freund, neben sich und tief unten im Tal sein geliebter Heimatort mit Kloster Stuben in Inneren der Moselschleife, dann ist er rundum glücklich und zufrieden.

„24 Jahre han ich off der Bella in Alf geschafft und fünf Jahr beim Sägewerk in Bremm, jetzt sein ich meine eijene Chef“, sinniert er.

Bei einem Gläschen Wein gerät Willibald Barzen ins Schwärmen, wenn er von seinen „Mitbewohnern“ erzählt.

Als geborener Naturfreund sieht er alles, was da kreucht und fleucht – vom kleinsten Vogel wie Zahnkönig, Distelfink, Kleiber und Meise über Igel, Fledermäuse, Hornissen, Schmetterlinge, Salamander, Blindschleichen und Ringelnattern (die er „Unken“ nennt) bis hin zu Hase, Fuchs und Reh.

Es ist ein Segen, wenn man die Unzufriedenheit vieler Zeitgenossen auf Schritt und Tritt spürt, in diesem Hort der Ruhe einen Menschen anzutreffen, der mit sich und der Welt wirklich rundum zufrieden ist.

Fotos und Text: Rolf Goergen, Bad Bertrich
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